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Showing posts from April, 2011

W wie Wedding, und wandern

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Völlig erschöpft von einer Überdosis "royal wedding" und dem anschließenden langen Spaziergang zum Ausgleich. Oh - die Sonne scheint? In London war's eher neblig. Kochen kam nicht in Frage, so war dann heute ein Abendessen in unserer Lieblingsnachbarschaftswirtschaft  angesagt. Es ging ungewöhnlich gesellig zu; man trifft interessante Menschen in Taglaching, und alle wohnen in der Nachbarschaft! Das Essen dort ist genau richtig. Schmackhaft, bodenständig und hauptsächlich bio, auch Vegetarier finden essbares jenseits von Kässpatzen. Und die Nachspeisen sind eine Wucht. Anschließend daheim musste ich nochmal die Highlights anschauen, während der Engländer anderweitig beschäftigt war. Ich schäme mich. Wieso eigentlich? Meine englischen Freunde werden das ja nicht lesen. Die sind alle in die Bluebell-bedeckten Wälder von Surrey geflüchtet, wo es keine Fernseher gibt. Vor 30 Jahren hatten wir alle zusammen im Trent Park ein "not the Royal Wedding" Picknick veransta…

V for Variation

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Es geht auch mal einfach: eine Kreation genannt: "Was von Ostern übrig blieb".
Aus einem Stück altem Brot in der Mitte ein Loch ausstechen. Eine hinterbliebene runzlige rote Paprika und eine Zucchini in der Pfanne braten, wenn alles gar ist das Brot mitbraten, ins Loch ein Ei reinschlagen. Ist fertig wenn es fertig riecht.  Zum Schluss die letzten Brösel der Belper Knolle drüberreiben. Die Idee mit dem Ei-Brot habe ich übrigens aus dem klasse Film "V wie Vendetta", wo Stephen Fry es für die flüchtende Natalie Portman brät. Super!
Sometimes simple is best: This creation is called "The remains of the Easter weekend". Fry that lonesome wrinkly red pepper and a soggy courgette in the last drops of the olive oil from Portugal. Add a piece of stale bread to the pan, with a hole cut in the middle (cookie cutter). Into this hole, I break an egg and fry the whole lot until, well, fried. Serve with the last crumbs of your favourite grating cheese. The idea for an e…

Regen bringt Segen

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Manchmal kann ein Gewitter heiß ersehnt werden, einfach weil....so schön, so lang, das ist doch nicht normal! So ein Osterwochenende mit endlos Sonnenschein und viel zu vielen köstlichen Schmankerln, da muss auch mal wieder einfach Gemüsesuppe gegessen werden und draußen der Regen herunterprasseln. Jetzt, da ich Gartenbenutzerin bin, teile ich die Sorgen des Landwirts. Diesen April hat es ungefähr genau dreimal geregnet. Es wird Zeit, dieses wahnsinnige Blühen und Grünen mit Wasser zu unterstützen.
Ich habe zu Ostern einen Lammbraten gemacht, und er ist im Römertopf wie immer spielend gelungen, nachdem er über Nacht in Buttermilch mariniert wurde. Hat mir jemand geraten, und geschadet hat es dem Fleisch sicher nicht. Desolée, chère Smilla, aber ich mache es ja nur einmal im Jahr! Dazu gab es diesmal  grüne Bohnen und Spätzle. Die kann ich inzwischen aus dem ff: 300g Mehl mit zwei Eiern, Salz und etwas lauwarmem Wasser zu einem zähen Teig verrührt und durch den Spätzlehobel ins kochen…

Always look on the bright side of life, da-dum, da-dum da-dum da-dum

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Ich kann nicht behaupten, dass mein Leben derzeit ganz ohne Komplikationen, Knoten und Steilkurven verläuft. Nachts liege ich oft wach und wälze ich Gedanken und Probleme, die in einem unterhaltsamen Blog nicht vorkommen. Die Frage "war es ein Fehler, für Ostern Lamm zu bestellen, wo ich gerade im SZ-Magazin ein geniales Rezept für gefüllte Kalbsbrust gefunden habe?" ist noch das geringste davon. ABER - ich müsste schon die größte Trantüte (auf bayrisch: a richtig's  "Woasal") sein, wenn ich in der Früh auch nach wenigen Stunden Schlaf nicht mit einem breiten Lächeln aufwachte. Nie hätte ich mir erhofft, dass ich jemals einen blühenden Apfelbaum vor dem Fenster habe, dass ich zu Vogelgezwitscher aufwache und in die grüne Weite schaue. Und ich bin gestern sogar, ein paar kreischende Minuten lang, zum ersten Mal im Steinsee geschwommen. No-one could say that my life is without complications, anxieties and dangerous twists ahead, not by any means. There is so much…

Let the music play

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Heute gibt's ausnahmsweise mal nichts zu essen, sondern Musik. Seit Wochen geistert James Blake durch die Medien, neulich mit einem Beitrag auf 2Sat Kültürzeit - eine wirklich gute Sendung.
ABER
Auch die kapieren nicht, dass man Musik HÖREN will, nicht irgendwelche gescheiten, analytischen Erklärungen dazu. Das macht mich übrigens bei vielen Musiksendungen kirre: Hier ist ein tolles Programm über diese Band, aber du kriegst die Band selbst nicht zu hören, weil gnadenlos geklugscheissert wird. Zwei Takte, und es wird irgendein alter Knacker mit Pferdeschwanz interviewt, der "damals" dabei war. Info ist gut, aber vor und nach der Musik. Wir können doch Musik einfach für sich selbst reden lassen. Danach wissen wir, wie wir sie finden. Oder? Danke, youtube.
http://www.youtube.com/watch?v=oOT2-OTebx0
hört euch doch dieses Stück einfach an. James Blake.
Zur Belohnung gibt es noch den ersten Spargel dieses Jahres, gestern frisch aus dem Löwengarten. Ich war nämlich in der Stadt …

Gesundheit!

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Gestern war in Herrmannsdorf mal wieder der Ostermarkt, ich war ganz scharf drauf, bei dieser jungen Dame wieder altes französisches Geschirr zu kaufen. Luisa und ich schlugen gut zu und fanden einiges für unsere übervollen Geschirrschränke - man hat ja jetzt Keller! Vom abendlichen Spaziergang kam ich dann mit mehreren Handvoll Kräuter zurück: junge Brennesseln (autsch! aber soo gut für die Durchblutung..), Kresse von der Zauberquelle, Löwenzahnblätter und Taubnesselblüten. Daheim habe ich die Kräuter gehackt und in Butter angeschwitzt, mit zwei Esslöffeln Mehl bestäubt und mit ca. 3/4l ganz leichter Biobrühe abgelöscht. Nach ca. 10 Minuten köcheln mit dem Zauberstab püriert, einen 1/3 Becher Sahne reingerührt und mit den Taubnesseln geschmückt serviert. Ergibt 3 Teller grüne gesunde Brühe.   Für Sauerampfer ist es scheinbar noch ein bisschen früh. Sauerampfersuppe habe ich in London kennengelernt, als ganz was besonderes - das Bündel gab's nur an Orten zu verkaufen, die per Mund…

Risotto casalingus

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Mein Interesse am Kochen geht immer mehr in Richtung machbar, nachvollziehbar, mit nicht zu teuren aber guten Zutaten, massentauglich. Gourmet-Essen ist für mich eine Art Hobby, Foodporno, den ich über Blogs und Zeitschriften genüsslich verfolge. Aber was bei mir in der Küche stattfindet, ist hauptsächlich kreativer Alltag. Und hin und wieder gibt es jetzt wieder Essbares. Gestern fand ich ein Resterl Teig im Gefrierfach und machte nochmal diese Tarte, diesmal mit Wiesenkräutern wie Bärlauch und Löwenzahn (gibt's ja hier in Massen),  dazu Rucola und eine Handvoll Erbsen.

Heute war endlich wieder Risotto dran, und zu der Risottodiskussion die in Foodblogs immer wieder aufflammt, kann ich nur sagen: Keine Angst vor Risotto. Es ist kinderleicht, gelingt immer - allerdings muss der Reis weichgekocht werden, denn im Gegensatz zu Pasta ist Risotto al dente keine gute Sache. Es handelt sich um ein Resterlrisotto, "risotto ai avanzi" sozusagen. Bacon, mit der Schere geschnippel…

Back to life

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Endlich scheint alles zu funktionieren. Die Spiegel hängen, Drucker druckt, Kräuter stehen in frischer Erde, Teppiche liegen da wo sie hingehören. Im Keller stehen ordentliche Regale, auf der Terrasse die Stühle aus nachhaltigem Eukalyptusholz. Emails kommen und gehen, Internetzugang ist geregelt. Die Krankenkasse weiß, dass ich umgezogen bin, die PIN für die neue Bankkarte ist da. Ich habe beim Reinfahren in die Garage (hallo! wir haben eine Garage!) dem Auto die ersten Verletzungen zugefügt. Wir hatten Sonne, jetzt regnet und stürmt es. Ich habe verstanden, wie die Küche funktioniert.  Der Geschirrspüler darf vorläufig in den  Ruhestand gehen, bis die Besuchermassen kommen. Das Gefrierfach über dem Kühlschrank ist ausreichend und wir brauchen den Gefrierelefanten (noch) nicht. Ich habe schon einige Kochunfälle von der Ceranplatte gekratzt und im Keller ein Vorratsregal angelegt. Wir haben zu dritt vier Räder und ein klappriges aber williges Auto in der Garage. Wir sind eine moderne …

Es geht um die Wurscht, und ums Gemüse

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Sonntag mittags gehen wir bekanntlich oft mit dem Mütterlein essen. Oft ist das Essen grundsolide und gut. OK, in etwa acht von zehn Wirtschaften hier auf dem Land gibts praktisch nur Fleisch, und für Vegetarier dann Kässpatzen. Oder Salat. Mit Putenstreifen. Danke! Und in etwa einem Drittel aller Gaststätten ist das Essen einfach (das Wort grottenschlecht verbietet mein Anwalt)...wirklich nicht gut.  Oft in den schönsten Plätzen, wo man eigentlich nach dem Essen sich umsehen und zufrieden seufzen sollte. So wie in der Schönen Aussicht in Großhöhenrain, oder in Ebersberg im Klosterhof, in Grafing beim Wildbräu am Marktplatz. Auch in der Gass am Egglburger See könnte noch einiges verbessert werden, und ein paar andere will ich erst gar nicht nennen.
Alles schwimmt in braunen Soßen Brathering kommt aus der Dosen Bratkartoffeln kalt Salat uralt Schnitzel ist zäh Das Gemüse ist bäh. Das Kraut is Not Bad Der Reiberdatschi zu fett Eine kleine Portion? Na, des geht ned.

Kein Wunder, langsam…

Urlaubsstimmung

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Es gab heute eine gesunde Hühnersuppe mit Buchweizennudeln. Das Hühnerschenkelchen habe ich mir radelnd in Herrmannsdorf geholt, mit Zwiebelringen leicht in Sesamöl angebraten, mit Wasser aufgegossen und dann Lauch, Karotten und Thymian (aus dem Garten) reingegeben. Wenn das Gemüse und Huhn weichgekocht sind, die Buchweizennudeln rein, die sind im Nu gar. Interessant übrigens, wie viel  fleischiger das Biohuhn ist als das wässrige Supermarktvieh, dem ich in Zukunft aus dem Weg gehen werde. Today I made a quick chicken soup - with organic chicken from a famous eco-farm that happens to be in cycling distance. I lightly fried the chicken thigh, together with a sliced onion, in sesame oil, added a chopped leek and a carrot, and some thyme. Cooked it until everything was soft enough to eat, then added the buckwheat vermicelli as they cook very quickly. I found the chicken much meatier than the usual supermarket fare which I will try to avoid now.
 Inzwischen stelle ich mir natürlich die Frag…

Rhabarbarisch

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Wenn meine Londoner Freundin D. zu Dinnerparties eingeladen wird, heißt es immer "bitte bring deinen Passionsfruchtpudding mit". D., eine schlanke und ranke Vegetarierin, ist jetzt nicht jemand, der man solche Multi-Sahne-Verbrechen zutraut, aber sie macht diese Nachspeise konsequent mit double cream, Mascarpone und Crème Fraiche, als Basis nimmt sie Ingwerplätzchen, die es in England ja in jedem Supermarkt gibt. Bei uns auf dem Lande gibt es derzeit eher weniger Passionsfrüchte, dafür aber Rhabarber in rhauen Mengen, unter anderem bei Aldi, in Herrmannsdorf (eine kurze Radltour entrfernt, also doppelt gesund), beim Biomarkt Korn und im türkischen Gemüseladen in Grafing (smart shopping heißt das). Gestern machte ich das Experiment, die Passion fruit surprise mit Rhabarber zu machen. Da Ingwerplätzchen hier auch eher nicht zu finden sind, nehme ich Amarettini. Die werden zu dicken Bröseln (Krümel, für nicht-Bayern) gemörsert und kommen als Unterlage in die Schüssel. Darauf kom…

Weißer Mittag

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Neulich war Nata Pastasciutta in München. Da habe ich natürlich gründlich nachgelesen, was eine Rheinländerin mit zertifizierter Kochleidenschaft hier bei uns so findet. Interessant fand ich die Belper Knolle vom Viktualienmarkt, und so holte ich sie mir denn auch gleich im Tölzer Kasladl. Heute mittag kochte ich  Spaghetti, dazu in der Pfanne in Butter ganz leicht anschwitzte weiße Frühlingszwiebeln sowie ein paar Mairübchen. Und darüber rieb ich den kostbaren Schweizer Käse. Siehe da, es war köstlich. Ein Knöllchen kostet €8.50 auf dem sonst für Apothekenpreise bekannten Viktualienmarkt, sie reicht bei mir für mindestens 6 Portionen. Empfehlung! The other day I was browsing the foodblogs, as one does. I came across a recommendation for a cheese I had really never heard about. The shop assistant explained that this "Belper Knolle (bulb)" is a Swiss invention, a hardened raw milk soft cheese dressed in Himalaya salt and black pepper, which keeps for months in the refrigerato…

Pink Sunday

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Der Sonntag ein Tag, der sich zum Terrasse-Einwohnen so richtig anbot, die Sonne schien so unentwegt dass wir sogar auf den verwegenen Gedanken kamen: Wir brauchen eine Markise! Und das Anfang April. Heute regnet's allerdings schon wieder. Gut für die Blumen. Sunday was a day that invited life on the terrace, where the sun is so strong all day long that the idea of getting a marquee grew in our minds...spend, spend, spend...Today it rains, good for the garden. ***** Sonntagnachmittag ein Ausflug mit wundersam genesener Mutter. Sie hat immer wieder neue Ausflugsideen, diesmal ins Berghotel Aschbach, bei Feldkirchen. Dort hatten nämlich der Onkel Wastel und die Tante Mari , die ganz früher bei der Schokoladenfirma Stollwerck Jäger und "Herrschaftsköchin" waren, später eine Gärtnerei, und im Berghotel wurde der 80. von der Tante Mari gefeiert. Ein echtes Old School Ausflugscafe mit Terrasse zu den Bergen! Mütterlein entdeckte ihre Begeisterung für Aperol Spritz, und ich a…

Green day

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Mein Lieblingsmittagessen derzeit - schnell, schön, schmackhaft. Eggs Florentine. Eine halbe weiche weiße Semmel toasten, ein paar Handvoll Blattspinat schnell in ganz wenig Wasser blanchieren, abtropfen lassen. Ein pochiertes Ei drauf, Sauce Hollandaise wärmen und drüberlöffeln, Pfeffer. Sehr gut ist die von Maille, wenn man wie ich eine Hollandaise auf die Schnelle nicht hinkriegt. Aber samma ehrlich - wenns pressiert bin ich mir nicht zu gut, das Ganze mit TK-Blattspinat und Thomy Hollandaise zu machen. Nur das Ei, das muss frisch und bio sein. In kochendes Wasser, das zu einem Strudel gerührt wird, plumpst es vorsichtig rein, nach einigen Minuten mit dem Schaumlöffel rausfischen, abtupfen. Schmeckt himmlisch.  My current favourite quick lunch is eggs florentine. I first ate them in Café Mozart in Highgate, now I make them at home. Instead of muffins, I use soft white rolls, toasted. Heap blanched spinach leaves on (frozen leaf spinach will do if you can't get fresh, heat and…