Sunday, 19 February 2017

Rumfort-Schnellgericht

  Ich habe ein Gericht erfunden! Es  ist eine Tortilla mit Serviettenknödeln und ich nenne es Knödilla.
Letzte Woche machte ich zum Gulasch eine Rolle Serviettenknödel, die man ja bekanntlich sehr gut einfrieren kann (am besten schon in Scheiben geschnitten fürs Portionieren). 
Gestern also Knödilla: Knödelscheiben anbraten, mit einer Eier-Milchmischung und mit viel geriebenem Käse bedecken und kurz im Ofen backen. Ein Gedicht!


Hier unten sehen wir: Wahre Liebe, ein Fundstück von der Lieblingsnichte und verspäteter Beitrag zum Valentinstag!

This recipe is probably a minority interest for the English speaking world, I don't think Knödel, white bread dumplings, cooked in a linen napkin will ever catch on big time. They are delicious, though, usually served with roast pork or goulash.
I cut the leftovers up, fried them and baked them in the oven, coverd with an egg-milk-cheese mix, and called the dish Knödilla (tortilla, geddit?)

on the left: True love! a late entry for Valentine's day from my niece.

Thursday, 16 February 2017

Ich will nur spielen

Draußen fröstelt es immer noch vor sich hin. Drinnen braucht man was Süßes als Begleitung zum neuesten Serienwahnsinn, "The Night Manager", mit Hugh Laurie als Schweinehund, neben dem Dr. House wie ein netter Märchenonkel aussieht.
Wenn's schnell gehen soll bei der Kuchenproduktion, bietet sich die Linzertorte an. Einfacher geht's fast nicht, Hauptsache es ist eine feine Marmelade im Haus. Die runde Kreation machte ich mit Aprikosenmarmelade, was der Engländer mit der anerkennenden Bemerkung "Mhm, schmeckt wie Treacle Tart!" quittierte. Treacle tarts, gefüllt mit Rübensirup oder Golden Syrup, und jam tarts gehören zu den klassischen englischen Backwaren. Vermutlich war eine der Forderungen der Brexiteers: "gebt uns unsere einheimischen Kuchen zurück"! Stimmt, da sind ein paar wirklich feine Sachen dabei, aber die nimmt euch ja niemand weg - wir haben doch die Linzertorte!

Ich habe dieses Mal nicht das Crostatarezept genommen, sonder den Teig nach dem österreichischen Rezept mit geriebenen Mandeln gemacht:
Teig:
200 g Mehl
200 g Mandeln, geröstet, gemahlen (ich habe gemahlene Mandeln genommen, klat)
200 g Butterstückchen, zimmerwarm
150 g Zucker
1 Ei
1 TL Zimt
Belag:
Ca. 1/2 Glas Konfitüre (ich schwarzes Johannisbeerengelee und Apfelgelee)
1 Eigelb mit 1 EL Milch verrührt zum Bestreichen (hab ich weggelassen)

Für den Mürbteig das Mehl mit den Mandeln vermengen, mit den Butterflocken, Zucker, Ei und Zimt schnell verarbeiten. Die Teigkugel in Folie wickeln und ca. eine halbe Stunde kühlen.

Eine Form einfetten oder mit Backpapier auslegen. Die Hälfte des Teigs ausrollen, in die Form legen, glattdrücken. Reichlich Marmelade deiner Wahl drauf streichen (im Original Ribiselkonfitüre).

Den übrigen Teig zu dünnen Würsten rollen.  Sollte der Teig zu weich sein, etwas Mehl dazugeben und nochmal kalt stellen. Dann werden die Stränge gitterförmig auf die Torte gelegt.

Im vorgeheizten Backofen bei 180°C für ca eine Stunde hellbraun backen - aufpassen! 
Weil's pressiert hat, ist mein Gitter etwas "unorthodox" geworden (Originalton Margret G.) Mit dem restlichen Teig habe ich ein paar Plätzchen verbrannt gebacken.

"Mhm, tastes like treacle tart!", my resident English person said contentedly on tasting the round tarte  above. I had spread it with apricot jam, while the classic preserve for Linzertorte is blackcurrant.
Jam tarts are on the list of favourite home-grown cakes for stalwart Brits. But take that, Brexiteers: you are welcome to your jam tarts - good old continental Linzertorte and crostata are way superior!
...and here's the recipe. One of the quickest and most elegant cakes you can make - if you take the time to do the grid pattern properly.
While outside the frost is still clinging to the rooftops, we are completely riveted by our latest box set madness: The Night Manager. Who would have thought, that Hugh Laurie could top his nasty character in "House"..

Saturday, 11 February 2017

Posttraumatisches Frühstück am Samstag

 Kaum scheint die Sonne nach einer schier endlosen Reihe grauer Tage, kommt wieder alles in Bewegung.  Was auf diesem Frühstückstisch nicht zu sehen ist, sind meine Blutdrucksenker. Die letzte Woche war ein schierer Alptraum mit für mich unfassbar hohem Blutdruck. Da mit zunehmendem Alter mein Hang zur Hypochondrie steigt, war ich natürlich überzeugt, dass ich eines Morgens aufwache und tot bin. Ist zum Glück nicht passiert, dank der bedingunslosen Unterstützung der Freundinnen und einer Überdosis Yogaatmung.
Dazu hat mir ein kompetenter Medizinmann bestätigt, dass alles durch die richtigen Kanäle fließt und ich halt, altersgemäß, eine höhere Dosis von dem Zeugs nehmen muss. Da Luisa und ich immer wieder mit Staunen beobachten, womit Mütterlein und Freundinnen alt geworden sind (Fett, Zucker, Kohlehydrate, Pillen aller Art, völlig ohne Diäten und, im Alter, Bewegung), beunruhigt mich das jetzt einfach nicht weiter.
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As a card-carrying hypochondriac, I was mega anxious this week because my blood pressure suddenly went through the roof. With a lot of help from my friends, plenty of yoga breathing and the reassurance from a Doc that everything is flowing as it should, I can now enjoy the first sunny day and my leisurely Saturday breakfast with the favourite man, followed by my new daily whack of Valsartan.
But hey, my Mum lived to over 90 on all sorts of medication plus cakes and coffee...

 

 Eine der Freuden meines Samstagmorgen ist der Gang zum Bäcker für den Brotvorrat der nächsten Tage.
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One of the joys of Saturday mornings is the walk up the hill to the bakery.

 Die entzückenden Töchter "helfen" beim Backen, und der "Bäckerbua", wie meine Mutter dieses Pracklmannsbild immer nannte, schiebt mir immer noch etwas extra in die Tüte - hier ein zweites Schokocroissant und einen "Gruschlkuchen", wie er das improvisierte Gebäckstück neben dem Dinkelvollkornbrot nennt.
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His oldest daughter now "helps" in the bakery, while he always stuffs some extra treat into my bag.



Anschließend spaziere ich mit der vollen Tüte den Kirchhang hinunter und freu mich an dem immer anderen Blick aufs Nachbardorf oder, bei Föhn, in die Berge.  Besonders heute, wo endlich wieder das Licht in der Landschaft eingeschaltet worden ist.

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My way home is down the hill with an ever-changing view of the countryside, sometimes with a grand view of the mountains.

Tuesday, 7 February 2017

Good Housekeeping, oder der perfekte Haushalt

Samstag früh, nach einer durchschnarchten Nacht und Flucht aufs Sofa
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Saturday morning, after fleeing from a snoring attack

Wo ich wohne, kann man morgens nicht schnell die Zeitung kaufen, dazu braucht es eine kleine Autotour. Also lese ich zum Frühstück entweder die von gestern, oder den lieben Guardian, online. Heute früh musste ich über diesen Artikel über schlampige Wohnungen sehr lachen; noch mehr amüsiert haben mich die Leserbriefe, die sich daraus ergaben. Eines der Highlights war die Leserin, die das "hideying up" erfand - das Verstecken von Krempel anstatt mühsamen Aufräumens ("tidying up").
Ich selber bin eine gelungene Mischung aus Schlampe und serienweiser Zwangsneurotikerin. Fenster putzen - nur wenn man bei Sonnenschein nichts mehr sieht, oder wenn meine Vermieterin anfängt, meine Fenster von außen zu putzen. Staubsaugen: ständig, weil mir schon bei einem Haar, das auf dem Teppich liegt, gruselt. Sollte ich im Bad ein Silberfischchen entdecken, bin ich praktisch am Telefon zum Kammerjäger. Ich finde die eingebauten Duschtüren eklig und hätte lieber einen Vorhang, den ich in die Waschmaschine stecken kann. Andererseit ist das Leben zu kurz, um ständig mit der Essigflasche den Kalk aus der Badewanne zu kratzen.  Und den Saum vom Vorhang im Klo habe ich immer noch nicht umgenäht. Man arrangiert sich halt.
In der Küche bin ich ständig am Wischen und Kehren und gehöre unglücklicherweise zu den Köchinnen, die während des Kochens schon zwanghaft abspülen und wegräumen. Aber mein Backofen... Wie kriegt man diese jahrelangen Kohleablagerungen je wieder weg? Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich beim nächsten Umzug einen nagelneuen Ofen kaufen werde. Und dann wird alles makellos sauber sein. Oder doch lieber gemütlich?
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Due to living nowhere near a newsagent, my breakfast is often accompanied by reading the Guardian online (I have paid up, by the way, and recommend we all do it!) This article by Michele Hanson made me laugh - she often does that. Among the very amusing comments someone came up with the notion of "hideying up" as an alternative to tidying - shove it under the sofa.

Personally, I wouldn't say I am a slob - I am a mix of laissez-faire and OCD around the house. I don't like hairs on the carpet - instant hoovering, at the same time I couldn't care less about cleaning my windows, until the first spring sunshine comes. But if I spot just one creepy-crawly around the house I go into spasms, ready to call Pest Control. I like things to be hygienic, but life's too short to spend it on all fours cleaning under the sofa.

My oven is charred, I can't look at it. I am looking forward to the next time I move house when I can finally buy a new one. I am, however, one of those unfortunate obsessive cooks-cum-kitchen porter who clean and tidy whilst cooking, which doesn't aid concentration on the main task.
One day, my life will be balanced and relaxed, clean and cosy. And I will have sewn a seam on the bathroom curtain.
Grown-up, in a word.



Zwischendurch scheint die Sonne, man kriegt Lust auf eine marokkanische Teeparty. An Minze fehlt es auf der Terrasse gerade, also machte ich grünen Tee mit Minze. Kuchen vom türkischen Laden in Grafing.  
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We do get occasional sunshine, even in winter, calling for an impromptu fusion tea party: green tea with mint. Cakes courtesy of our local Turkish shop. We are so cosmopolitan now.

Tuesday, 31 January 2017

Suppenwetter

Schon ziemlich gemütlich daheim, wenn draußen die Landschaft im Nebel verschwindet. Zeit für Koch- und andere Bücher. Experimente in der Küche vorzubereiten. Und mir meine nächste Reise zu erträumen.
Ein superschönes Kochbuch vom Flohmarkt inspiriert mich gerade. Leider kann ich nicht so viel essen, wie ich gleich kochen möchte, aber lesen... Bilder genießen...
Zu essen gibt es seit gestern eine superköstliche Blumenkohlsuppe - Rumfortware! 
Im Regal verstaubte eine Jalfreezy-Currysauce, die das Verbrauchsdatum schon gut überschritten hatte. Ich bin da ja skrupellos - so lang es frisch riecht, ist es genießbar (war sie auch, sehr sogar).
Ein halber Blumenkohl, eine Karotte, eine Kartoffel.
Alles wird mit genügend Wasser, einem Lorbeerblatt, Thymian und Petersilienstängel (in einem Teebeutel verstaut) bissfest gekocht. Mit dem Zauberstab grob zerkleinern. 
Dann rühre ich 2-3EL der Currysauce darunter und schmecke alles mit einer Tasse Kokosmilch ab. Nochmal gut erhitzen.  
Gestern habe mir dazu ein Tässchen Basmatireis gekocht, damit wird's zur richtigen Mahlzeit. 
Heute pochiere ich ein Ei in der restlichen Suppe.
Mit Petersilie begrünen.

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It's hygge time with rain washing away the ice outside. Time to read and browse through cookbooks. France is on my menu at the moment, it could lead to a little trip some time...
So inspired, I made myself a curried cauliflower soup for my lunch today. A jar of jalfreezy sauce was loitering on the shelf, way past its sell-by date. I am not scared, if it smells good, it's edible.
I cook half a cauliflower, a carrot and a potato with enough water. Add salt and a little bag with thyme, a bayleaf and parsley stems, leave to simmer until the veg is soft. 
Now stir in 2-3 tbsp of the sauce and a big cup of coconut milk, bring the soup to simmer again.
Yesterday I had the soup with a cup of basmati rice. Today I poached an egg in the leftover soup.
 Blend only lightly - you don't want baby food - and add greens of your choice, coriander or leaf parsley.


Monday, 30 January 2017

Die letzten Tage des Süperfrost



Gestern auf dem Steinsee: Eisstockschießen statt Schwimmen. Ein wunderschöner weißblauer Tag.
Heute hat es schon getaut, und das Eis fing an zu krachen

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Yesterday I walked on my summer swimming lake. Strange and arctic feeling.
Today the big thaw started, the ice groaning.
 So ganz geheuer ist das Spazierengehen auf dem See doch nicht!
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Walking on water takes some getting used to!
 Als farblichen Kontrapunkt zu all dem weißblau gab's am Sonntag ein fleischfreies Sonntagsessen.
Polenta, gekocht und dann mit Ziegenkäse überbacken. Gleichzeitig lege ich ein paar rote Paprika in den Ofen bis die Haut schwarz angekokelt ist, dann kommen sie kurz in eine Plastiktüte, so kriegt man die Haut leicht weg.
Sie werden in Streifen geschnitten und in Olivenöl, Granatapfelsirup und Zitronensaft mariniert.
Dazu gibt's Tomatensoße und im Ofen gebackenen Butternutkürbis. Den Kürbis schäle ich, schneide ihn in Segmente und backe ihn mir Olivenöl beträufelt bis er weich ist. Und dann genießt das Farbenfest!
For a delicious colour contrast we had a vegetarian sunday roast.
First I cooked some polenta and filled it into a roasting dish. I topped the polenta with slices of goat's cheese and put it in the oven until the cheese has melted.
Leave a couple of red peppers in the oven until almost black, then put them in a plastic bag. After a couple of minutes it's easy to get the skin off. Cut them into strips and marinate in lemon, pomegranate molasses and olive oil, salt and pepper. The butternut squash also goes in the oven, peeled and cut into segments, salted and doused with olive oil.
Enjoy the colour feast!

Saturday, 28 January 2017

In the bleak midwinter...

Jetzt muss ich mal wieder meine weise Schwester zitieren: Gefahren lauern überall, heißt es, anstatt "das Glück wartet an jeder Ecke" - für die, die es suchen. Oder die ihm eine Chance geben. In den Medien gibt's immer wieder "willkürliche Gewaltakte" und "sinnlose Grausamkeit" zu berichten. Aber was ist mit willkürlichen Freundlichkeiten? Schon lange gibt es die Idee der "random acts of kindness and senseless acts of beauty", die ich sehr mag: meine Nachbarin, die mir ungefragt ein Stück ihres frisch gebackenen Apfelstrudels bringt. Ein Autofahrer, der mich in die Vorfahrtsstraße winkt, anstatt Gas zu geben.  Und ich? Anstatt übelgelaunt (bei mir durchaus eine Option) durch die Stadt zu laufen und auf Radfahrer zu schimpfen, die auf dem Gehsteig daherkommen, versuche ich öfter mal die freundliche Alternative.
 Ich lächle jemanden an - jaja, ich weiß, Gutmenschalarm!
Ich gebe einem Bettler fünf Euro, weil ich aus Erfahrung weiß, wie toll es ist, Geld geschenkt zu kriegen. Oder nehme auf dem Land öfter mal Anhalter mit. Einmal stand ein Mann am Straßenrand und winkte verzweifelt. Ich sah, dass er blutbeschmiert war, trotzdem hielt ich an - er sah nicht nach Mörder aus. Man könnte vielleicht sagen - random acts of Blödheit. Aber es stellt sich raus, sein Hund war gerade überfahren worden und er hatte ihn zum Tierarzt getragen.
Auf alle Fälle tragen unprovozierte Freundlichkeiten mehr zum guten Humanklima bei als cooler Zynismus.
Gern mache ich mich damit ein bisschen lächerlich, bin aber insgeheim auch ein bisschen glücklich.

Es stimmt, was ein früherer Freund mal kopfschüttelnd zu mir sagte: "Es braucht nicht viel, um dich glücklich zu machen". Und was könnte glücklicher machen als sonnige Orangenplätzchen zu backen?

Im Winter brauchen wir Blutorangen, um Farbe in das Schwarz-Weiß zu bringen.
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In winter, blood oranges add vital colour to the beautiful but bleak monochrome.

Diese hier sind schnell gebacken.
Mürbteigformel 3+2+1 plus Eigelb: 300g Mehl, 200g Butter, 100g Puderzucker und 2 kleine Eigelb, dazu Abrieb einer Orange und etwas Blutorangensaft. Das Eigelb macht den Teig seidig, geschmeidig und "geel".
Das Eiweiß wird eingefroren
Alles schnell verkneten, eigentlich "verkrümeln".
Bei 180° hellbraun backen. Wenn sie abgekühlt sind, mit einer Glasur aus Puderzucker und Blutorangensaft überziehen, ein paar Zesten als Dekoration oben drauf.
Wenn zu viel Teig da ist: einfrieren und beim nächsten Mal gibt's dann Express-Plätzchen.


We are constantly made aware of dangers lurking everywhere, instead of expecting happiness. That's why I like the idea of committing "random acts of kindness and senseless acts of beauty". Just get over yourself, be totally uncool and smile at someone. Offer someone a lift. Give a beggar more than the minimum pennies. It actually makes me feel better, when instead off taking my grumpy mood out on the world I manage to smile.

One of my past lovers once said, puzzled: "It doesn't take much to make you happy". It's true!
And one thing that never fails to make me happy is ... baking 

These little orange biscuits are quick and easy to make and will absolutely make you smile.
The shortcrust formula is 3:2:1 plus egg yolk: 
300g plain flour, 200g butter, 100g icing sugar and 2 small egg yolks.
Add the zest of an organic orange and a little blood orange juice.
Work everything quickly into a crumbly dough, roll the dough into a long sausage.
Refrigerate for 10-15 minutes before cutting thin slices off the sausage.
Bake at 180°C until light brown.
When they have cooled, frost them with icing sugar mixed with blood orange juice.
Decorate with organic orange zest.
If you aren't using all the dough, freeze it for instant gratification some time later.

Tuesday, 24 January 2017

Ein weißer Sonntag

 





Schön war er, dieser sibirische Frostwinter. Aber jetzt ist es auch wieder genug. Ich will Tulpen und Narzissen sehen!

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I really enjoyed this Siberia-style frosty winter. But now it's quite enough and I want to see daffodils and tulips.



Saturday, 21 January 2017

Heiß und kalt / Hot and cold

Wie gerne wäre ich heute in London, (oder in Rom, Berlin, Washington, Melbourne....), um mit Freundinnen und Millionen Anti-Trumpdemonstrantinnen die Innenstädte zu füllen! Ich bin in Gedanken dabei
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Today I really miss not being in London with my women friends, to help fill the whole city with protesting women (all of us emasculating rabid feminists, natch) who don't like where this new president wants to take the world.  

Hier dagegen, dieser perfekte Winter. So weiß, so strahlend, so friedlich. Und so kalt.
Klar ist der Sommer angenehmer zum Leben - barfuß, Fenster auf, radeln, schwimmen. Aber der Winter ist so wunderschön, dass ich ihn einfach lieben muss.
Dabei bin ich absolut keine Wintersportlerin. Das Schifahren habe ich mit 19 Jahren, oben auf dem Brauneck, aufgegeben und bin mit dem Lift wieder runtergefahren. Das war's dann.
Mein einziger Wintersport: manchmal schlittere ich auf dem Heimweg vom Bäcker auf einer großen Plastikmülltüte den Kirchhang runter, wenn grad niemand unterwegs ist.

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Meanwhile, here I am surrounded by this perfectly splendid, white, frosty, peaceful winter landscape.
Of course I prefer the summer - bare feet, windows open, cycling, swimming... But the winter has a beauty all its own that I just have to love, despite having no interest in winter sports whatsoever. I gave up skiing one winter's day on top of a mountain and took the cable car back downhill. That was it. Now, occasionally, when no-one is looking, I'll slide down the hill on a plastic bag on my way home from the baker's.

Zu Essen gibt es heute einen vegetarischen Pilawreis mit vorgekochten Maronen, dekoriert mit Chiliöl und Berberitzen. 
Eine Zwiebel kleinschneiden, in Öl anschwitzen. Eine Tasse Basmatireis dazugeben, mit zwei Tassen Gemüsebrühe auffüllen, kurz aufkochen. Herd ausschalten und im zugedeckten Topf garziehen lassen.
Gewürzt habe ich mit Ras-el-hanout und Kurkuma.
Die Maronen habe ich vorher kreuzförmig eingeschnitten und 24 Stunden gewässert, so sind sie leicht zu schälen. Dank an Micha für diesen super Tipp, hat funktioniert!
Das Chiliöl habe ich selber gemacht, einfach ein paar rote Chilischoten halbieren und in gutem Olivenöl einlegen. 
Das macht Haare auf die Zähne, wie sich's für humorlose Feministinnen gehört!
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Today I am cooking my favourite pilaw rice, decorated with chili oil and barberries. 
I made a vegetarian version: Fry an onion, add a cupful of basmati rice and top up with two cupfuls of vegetable stock. I added boiled chestnuts and seasoned with ras-el-hanout and turmeric. 
Here's a hot tip from a French-German blogger: you cut them across twice and put them in water over night, this makes them easy to peel.
I made the chili oil  by halving a couple of red chilis and steeping them in good olive oil. Very warming.

Tuesday, 17 January 2017

Neues Küchenvergnügen

Meine liebe Freundin D., hier rechts im Bild, brachte mir aus England einen Satz kleiner Tarteförmchen mit losem Boden mit.
Ein neues Spielzeug! Juhu!
Schnellstens machte ich mich daran, kleine Tartelets nachzubacken, die ich in einem Cafe im Glockenbachviertel gesehen habe - leider vergessen wie es heißt.

Der besondere Dreh ist, dass gezwirbelte Prosciuttoscheiben oben drauf kommen - das sieht schön aus und schmeckt knusprig.
Der Teig is einfach 2 Teile Mehl und ein Teil Butter, dazu ein Ei. Schnell verkneten und vor dem Auswalken kurz in den Kühlschrank. (Ich mache immer größere Mengen und friere sie portionsweise ein, dann geht es beim nächsten Backen ganz schnell).
Für die Füllung kann man alles an Gemüse nehmen, was so im Haus ist (Achtung: Rumfort!). Hier gab's dünn geschnittene Zucchini, TK-Erbsen und Blumenkohlröschen, beide kurz blanchiert.
Der Guss ist halb Schlagrahm, halb Milch und zwei Eier, damit genug Flüssigkeit da ist um die Förmchen ganz zu füllen. 
Ich würze mit etwas Baharat, oder geriebener Muskatnuss.
Oben drauf der Prosciutto, falls man möchte.
Bei 200°C schön resch backen. Ein Hit!
Das Ganze kann natürlich auch in eine großen Quicheform gebacken werden - mit drei verschiedenen Gemüsen?
My friend D. brought me a set of loose-based tartlet tins (from Waitrose).
Yay! New toys!
I couldn't wait to try them out. Easy as pie, thanks to the bottoms, and delicious.
 The pastry is a simple 2 parts plain flour, one part butter, one egg. Make loads and freeze it in batches!
Knead it quickly and chill briefly before using.
For the filling you can use any veg you have. I used a finely sliced (mandolined) courgette, some cauliflower florets and peas. Decorative peashoots would have been nice, had I had them - another time!
Beat a couple of eggs with half a carton of single cream and grated parmesan, season with pepper and Baharat or ground nutmeg. Add a bit of milk if you are short of liquid.
Pour as much over the veg as you can fit in. 
If you like, twist slices of prosciutto and place them on your tartlets.
Bake on a flat tray (the movable bottoms might leak some of the liquid) at 200°C until nicely browned.
Melts in your mouth!
This can, of course, also be made in one normal-size quiche tin.

Sunday, 15 January 2017

Die Welt am Sonntag

Vor einiger Zeit brachte meine Schwester von einem ihrer Flohmarktexpeditionen eine alte Blechschüssel mit. Mit einem freudigen Jauchzer nahm ich sie entgegen: eine antike, original englische steamed-pudding-Form, verschließbar!
Dann stand sie monatelang dekorativ herum. 
Ich hatte in England nie jemand steamed puddings machen sehen, mir war auch nie so eine Form untergekommen. Man kannte diese im Wasserbad gekochten Kuchen hauptsächlich aus den Erzählungen der FreundInnnen: ein School Dinner-Klassiker, serviert mit warmem Custard (Vanillesoße aus dem Packerl).
Schon  allein die Anweisungen (Teig in eine Glasschüssel, mit speziell gefalteter Folie zudecken, mit Küchenbindfaden verschnüren usw.) verursachen Schweißausbrüche.
Aber heute hab ich endlich meine Form ausprobiert, und oh Mann, das geht so einfach!
Teig anrühren, Form ausfetten, Teig reinfüllen, Deckel zu, in einen etwas größeren Topf 3/4 voll mit heißem Wasser zugedeckt ca. eine Stunde dämpfen. Fertig ist der luftige, fettfreie "Pudding".
Der Teig geht so:
50g dunkle Schokolade über heißem Wasser schmelzen lassen. 
110g Mehl mit einem TL Backpulver und 2 EL Kakao mischen, gern etwas Muskatnuss oder Tonkabohne hineinreiben.
125ml Vollmilch und ein Ei druntermischen, gut rühren
Zum Schluss 75g grob gemahlene Haselnüsse und die Schokolade drunterziehen

Etwa eine Stunde köcheln lassen (Messertest wie bei Kuchen).
Abkühlen lassen, stürzen, noch warm essen (mit Vanillesauce, Schlagrahm...)

Weil ihr keine Puddingform habt, probiert es mit Guglhupfform, wie Frau Einfachguad.
  
 A while ago, my sister brought me this semi-antique pudding basin from one of her fleamarket forays. I was delighted, and then forgot about it. I don't know a single person who has ever steamed a pudding, outside tales of school dinners. Instructions to "cover the bowl with a lid or a pleated greased sheet of foil tied securely with string" filled me with dread.
 If you have a pudding basin, try it. If you don't, check out your nearest car boot sale. It's fun!
Melt 50g/2oz unsweetened plain dark chocolate over simmering water
Mix 110g/4oz plain flour and 1 tsp baking powder with  110g/4oz caster sugar, 1 tbsp unsweetened cocoa powder, 125ml/4fl oz milk and an egg. Add some grated nutmeg or tonka bean, if you like
Then fold in 75g/3oz chopped or ground hazelnuts and the melted chocolate
Grease your basin (or a heat-proof bowl)
Scrape the batter into the basin. 
Do the "cover with a lid" thing if you working with a bowl, or close the basin with its lid.
Put it inside a pot three-quarters full of hot water.
Steam for about an hour, or until a knife comes out clean.
Remove the basin from the pan, let it cool and turn it out upside down.
Serve with custard, but you don't have to. Double cream or chocolate sauce will do nicely.


Heute auch noch: Winterspaziergang. Die zierlichen Stapfen links sind meine, rechts der Engländer.

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Also today: winter walkies. on the left, my dainty footstep, right those of Mr. Manly.








Unsere Nachbarn, die traurigen Pferdchen

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The sad horses, our neigh-bours


Und nochmal weiß auf weiß: Schwäne auf der Donau, letztes Wochenende

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White-out: swans on the Danube river, last weekend







 

Friday, 13 January 2017

Raus aus dem Luxus, hinein ins Kraut!





It was Regensburg where we stayed in this very gorgeous hotel. In the lap of luxury, for a moment forgetting about the uglinesses of the world "out there".
The hotel café is like time travel, reminiscent of  90's Delancey's in Camden Town, our then favourite haunt with the green and golden cups (hopelessly out of fashion now) providing an illusion of being in Paris.

I worked out that if I save up half a million euros (quite a big job) I can live there for the rest of my days, with occasional holidays in Italy.


 on the left: One man and his comic





Maybe I should try crowdfunding?

Meanwhile, back to the kitchen. I'll try this cabbage and pastat dish again which I posted exactly one year agao today!




Das Frühstück wurde am Tisch serviert, kein Nahkampf am Buffet

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Breakfast was served at table, avoiding the elbowing at the buffet









Es war natürlich Regensburg, und das Orphee. Der Luxus dieser wunderschönen, eigenwillig eingerichteten Zimmer.
Und das Orphee-Café - wie eine Zeitreise ins Paris der 70er. In London gab's einmal das Cafe Delancey mit den grün-goldenen Tassen, ein Lieblingsort an dem man sich mit Freundinnen traf.  Dieser Stil ist in den Zeiten des Minimalismus hoffnungslos altmodisch geworden, nur in Wien habe ich Vergleichbares erlebt, Kaffeehäuser in denen man mit Genuss sein Leben vergeudet.



Ich hab mir ausgerechnet: wenn ich eine halbe Million Euro zusammenspare (könnte mühsam werden), kann ich den Rest meines Lebens im Orphee verbringen. Und hin und wieder mal in Italien, oder Südtirol...
Vielleicht geht ja Crowdfunding?

Und jetzt? Zurück im Alltag, Schule, Schnee fast weg, und wie ging gleich wieder kochen?
Ganz einfach! Krautfunding?
Vor genau einem Jahr habe ich diese Krautfleckerl gepostet, in einer ganz ähnlichen Situation.
Das gibt's heute einfach wieder.